Nur maximal zehn Prozent aller Fußballprofis haben nach der Karriere finanziell ausgesorgt.

„20 bis 25 Prozent der Spieler sind am Ende ihrer Karriere pleite oder überschuldet“, sagt Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VdV, dem SID. Das mag verwundern, prägt doch das Bild des Fußballmillionärs die mediale Berichterstattung.
Doch nur rund neun Prozent der Fußballprofis haben nach ihrer Karriere finanziell ausgesorgt. 21 Prozent sind vermögend, könnten aber nicht bis zum Lebensabend damit auskommen. Schuld daran sind oft laufende Kredite. 44 Prozent hätten sich ein kleines Polster angelegt, welches bis zum Start in eine berufliche Laufbahn reiche. 26 Prozent der befragten Fußballprofis haben Schulden nach dem Karriereende (Analyse der Daudert & Daudert GmbH). Am Ende sind die Spieler oft von Staatsleistungen oder ihrer Frau abhängig.
Gerade auch Zweit- und Drittligaspieler haben nicht für den Rest des Lebens ausgesorgt und sollten darauf vorbereitet sein.
Doch was führt die Fußballer in den Ruin? Die Liste der Gründe ist genauso lang, wie die der Schulden. Oft ist es eine Mischung aus falschen Freunden, windigen Beratern, Zockerei, Unwissenheit und Übermut, die Spieler in den Schuldenstrudel reißt.

An dieser Stelle möchten wir Hans Sarpai zitieren :

Ich frage mich vielmehr: Wo ist das Korrektiv? Wo sind die vermeintlichen Berater? Wo sind die Freunde, Vereine, Medien, die einen jungen Fußballstar wie ihn lenken und führen? Das größte Problem im Fußball ist nicht das viele Geld, das Fußballer in 10 bis 15 Jahren ihres Lebens verdienen und mit dem sie – bis auf wenige Ausnahmen – in der Regel bis zum Ende ihres Lebens ohne weiter Ausbildung auskommen müssen. Das größte Problem sind falsche Freunde und falsche Berater. Berater, die zwar Deals abschließen, Spieler jedoch nicht führen, sie als Person nicht weiterentwickeln. Beratern, die Ja-Sager sind, weil sie um die Gunst des Spielers bangen statt ihm den Spiegel vorzuhalten.
Hans Sarpai

Die Realität bei sehr vielen (Ex-) Profispielern sieht zusammengefasst wie folgt aus :

  • Nur Spieler, die dauerhaft im Spitzenbereich der 1. Bundesliga tätig sind, können nach dem Karriere Ende sorgenfrei leben.
  • Dieser kleine Kreis umfasst lediglich nur ca 10% aller Spieler.
  • Neben den Spitzenverdienern mit 5-10 Millionen € pro Jahr wird gerade bei den Nachwuchsprofis nur ein Bruttogehalt von ca. 3.500 € gezahlt.
  • Viel Geld wird nicht in der 2. Bundesliga und erst recht nicht in der 3. Liga verdient !
  • Es gibt ein Leben nach der Fußball Karriere.
  • Jeder vierte Profi-Fußballer ist nach seiner Karriere verschuldet.
  • Gerade junge Spieler haben völlig falsche Vorstellungen vom Berufsleben nach dem Fußball.
  • 90 % wollen nach der Karriere beim Fußball bleiben; nur hier sind die Möglichkeiten schon rein mathematisch sehr begrenzt.
  • Soziale Unterstützung ihrer Umgebung lässt stark nach.
  • Viele Profispieler ignorieren die „Zeit danach“ und werden davon „überrascht“, dass es ein Leben nach der Fußball Karriere gibt.
  • Viele der ehemalige Profi-Fußballer sind gefährdet für Depressionen und Angstzustände; Existenzängste !

In der Welt des Profi-Fußballers kann man einen als generellen Bedarf eine umfangreiche Betreuung konstatieren, zudem sollte es für jeden Sportler einen individuellen Karriereplan geben.

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